Ungefähr 55 v. Chr., brachten die Römer den Weinbau in unsere Region und somit auch an den Eschnerberg, welcher als Anbaufläche damals wie heute sich zur
Kultivierung von Reben anbot.
Der jährliche Bedarf an Wein betrug im späten Mittelalter um die 120 Liter pro Person, wobei der Alkoholgehalt damals um einiges geringer war. Im Vergleich dazu
lag 2023 der Weinkonsum in der Schweiz im Durchschnitt bei 30 Liter pro Jahr.
Kriege führten damals wie heute zu sehr grossen Veränderungen und darum ist es nicht verwunderlich, dass mit dem dreissigjährigen Krieg (1618-1648) der
Weinanbau fast zum Erliegen kam. Die Blüte des Weinbaus wurde 1871 mit 320 Hektaren Rebfläche – was 3.2km2 oder 2% der Fläche Liechtensteins entspricht - erreicht.
Danach gingen die Mengen in Liechtenstein und insbesondere durch eingeschleppte Krankheiten, keinen Willen zur Anpassung der alten Anbaumethoden, einer sinkenden Rentabilität, auf fast null zurück. 1893 waren es landesweit noch 66 Hektare und davon am Eschnerberg 23,6 Hektare. Bis ins Jahr 1920 schrumpfte die Menge auf lediglich 300 Klafter oder 1080m2.
1955 erwachte der Weinbau am Eschnerberg wieder durch die Anpflanzung von 150 Klafter (540m2) Pinot Noir Trauben neben dem ehemaligen Café Hoop durch Ferdinand Hoop. Ebenfalls reiften anfangs der sechziger Jahre im Wingert von Albert Marxer in Mauren wieder auf 850 Klafter (3060m2) Pinot Noir Trauben. 1979 errichtete auf dem Kirchhügel in Bendern Kurt Altenöder einen 3300 Klafter (11880m2) grossen Rebberg mit Pinot Noir und Müller-Thurgau Trauben. 1983 bestockte Werner Gstöhl weitere 2800
Klafter (10080m2) und legte somit den Grundstein des Weingutes Castellum.
In Mauren wurden im gleichen Jahr weitere 130 Klafter (468m2) durch Adolf Ritter bepflanzt. 1984 wurden 200 Klafter (720m2) durch Felix Batliner, 150 Klafter (540m2) durch Alfred und Adrian Gstöhl, 122 Klafter (440 m2) durch Leo Risch und Anton Oehri schloss das Pflanzjahr mit weiteren 300 Klafter (1080m2) ab.
In den Folgejahren bis zur Vereinsgründung erweiterte sich das Weinangebot stetig mit weiteren Bepflanzungen. 1985 Norbert Goop 110
Klafter (396m2), 1987 Karl-Heinz Oehri 250 Klafter (900m2) und Hans Jörg Thöny 320 Klafter (1150m2) mit weiteren Bepflanzungen.

Die steigende Anzahl an Winzern in Verbindung mit dem Willen, diese Passion in einer Gemeinschaft zu pflegen, führte am 5. Dezember 1991 zur Gründung des Vereins Winzer am Eschnerberg. Dieser Wille wurde in den Gründungsstatuten im Zweck mit den Worten "Der Verein bezweckt die Heimat – und Brauchtumspflege in Zusammenhang mit Reben und Wein sowie die Pflege und Vermittlung von Werten und Traditionen der Vergangenheit" verewigt. 1991 gründeten eine Handvoll Weinbauenthusiasten den Verein und legten
somit den Grundstein für die Weiterentwicklung des Weinbaus am Eschnerberg. 2026 dürfen die Winzerinnen und Winzer auf 35 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken und sicher erkennen, dass sie einen wesentlichen Beitrag an der Pflege des Weinbrauchtums geleistet haben.
Das Pfrundhaus – direkt neben der Kirche in Eschen – beherbergt das Vereinslokal der Winzer am Eschnerberg. Sie nutzen dies für interne Anlässe wie Sitzungen sowie auch für Degustationen am Tag
der offenen Weinkeller jeweils im Mai oder auch beim Eschner Jahrmarkt im Oktober. Auch hier war eine glückliche Fügung notwendig, denn
sonst würde die heute denkmalgeschützte Baute nicht mehr in diesem Glanz dastehen. Im 14. Jahrhundert
erbaut, durfte das Pfrundhaus sicher vieles erleben.
Wäre nicht eine engagierte Gruppe für das Pfrundhaus eingestanden, gäbe es das Vereinslokal nicht mehr, denn
am 7. Juli 1971 sprach sich der Gemeinderat von Eschen mehrheitlich für den Abbruch aus, welcher Mitte Dezember 1973
per Volksabstimmung mit 185 zu 180 Stimmen wieder abgewendet wurde.
Was heute für die Winzerinnen und Winzer ein nicht mehr wegzudenkendes Element im Vereinsleben darstellt, war damals vermeintlich abbruchreif und heute ein Schmuckstück der Gemeinde.
Auch nach der Gründung erweiterte sich fortlaufend die Anzahl der Parzellen. Heute bewirtschaften über 38 Winzerinnen und Winzer rund um den Eschnerberg mit viel Herzblut ihre Weinparzellen. Dies führte 2022 zu 54.5 t, 2023 zu 57.2 t und im sehr schwierigen Weinjahr 2024 zu 31.3 t Weintrauben.
Mit 44% weniger Ertrag im Vergleich zu 2022 stellt das Weinjahr 2024 hoffentlich ein Ausreisser dar. Verglichen mit den landesweiten Mengen schwankt der Anteil an der Gesamtmenge an Weintrauben in diesen 3 Jahren von 42% (2022), 49% (2023) und 43% (2024).
2024 wurden im Unterland gemäss Sortenspiegel 16.3t Weisswein und 15t Rotwein produziert und dies unterteilt in über 25
verschiedene Rebsorten. Spitzenreiter bei den Rotweinen stellt der Pinot Noir mit 7.3t und beim Weisswein der Müller-Thurgau oder auch Riesling Silvaner genannt, mit 7.6t dar.
Angenommen die Liechtensteiner Bevölkerung verhält sich bezüglich Weinkonsum pro Kopf analog der Schweizer Bevölkerung, dann tragen alle Winzerinnen und Winzer des Landes zu den
nötigen 30 Liter / Kopf nur ca. 2 Liter bei.

2016 feierten wir 25 Jahre Winzer am Eschnerberg mit diversen Aktivitäten, welche hier nun als Rückblick auf dieses Jahr zusammengefasst sind.